Wir rechnen mit ca. 1kg pro Tag für zwei Personen. Darin enthalten sind Müsli mit Milchpulver zum Frühstück, Brot mit Wurst und Käse sowie Trockenfrüchte und Nüsse für zwischendurch. Abends gibt es eine heiße Mahlzeit im Schlafsack. Nicht zu vergessen: Pudding und diverser Süßkram für die gute Laune (bringt auch so einiges an Brennwert). Dazu kommt dann, was vor Ort gerade so verfügbar ist.

Frühstück

Ein gutes Frühstück ist wichtig aus zweierlei Gründen: Erstens soll es genug Energie liefern um mindestens die erste Hälfte der Tagesetappe ohne lange Pausen zu überbrücken. Zweitens – und das ist vielleicht noch wichtiger – soll es einen früh, auch bei Kälte, aus dem Schlafsack locken (zumindest den Arm, der die Tasse sucht und sie in den Schlafsack zieht). Deswegen sollte die Wahl des Frühstücks abgesehen von einem hohen Brennwert auch Geschmack, Verträglichkeit und damit Motivationssteigerung gewährleisten! Deshalb ist unsere erste Mahlzeit des Tages meist Köln Schokomüsli mit Vollmilchpulver (und Wasser). Dazu kommt ... richtig, ein Tee.

Zwischendurch

Dunkles, festes Brot zeichnet sich durch eine relativ lange Haltbarkeit (über eine Woche ist kein Problem), einen hohen Brennwert, sowie durch eine starke Sättigung aus. Abgesehen vom frischen Bäckerbrot (hier lässt sich Abwechslungsreich kombinieren) lässt sich für eine längere Tour auch abgepacktes Brot verwenden. Die längste Haltbarkeit mit dem höchsten Brennwert liefert wohl Pumpernickel (schmeckt hervorragend zu Käse!).

Zum Brot nehmen wir einfach festen Käse mit, der uns auch nach einer Woche noch schmeckt (z.B. Comté, Gruyère oder Beaufort). Ein Stückchen Wurst ist bei uns auch immer dabei. Das ist meist spanische Chorizo, die sich durch den hohen Fettgehalt auch prima zum Braten und Kochen verwenden lässt.

Einen besonderen Platz im Proviantsack nimmt der Tee ein. Mit einer Thermoskanne ausgestattet kann man Tee auch ohne großen Aufwand während kleiner Pausen zu sich nehmen. Das ist besonders wichtig, denn Tee ist nicht nur zusätzliche Flüssigkeit, sondern durch seine Motivationssteigernde Wirkung hilft er schonmal dabei die letzten Kraftreserven zu mobilisieren.

Der übrige Appetit wird bei uns mit einer Auswahl an Bonbons, Keksen (Hobbits sind Klasse!), Trockenfrüchten (die Ananas vom Tesco unbedingt probieren!), Nüssen (ganz besonders können Pekannüsse mit bis zu 800 kcal/100g glänzen), M&Ms (die eignen sich hervorragend als konstanter, dosierbarer Energiespender, wenn man im Regen mal keine Zeit/Lust für einer Brotzeit hat), Müsliriegeln (hier gibts es auch viel Müll auf dem Markt – empfehlenswert ist Corny's Dunkle Schokolade, die tatsächlich Schokoladengeschmack bietet) und Gummitieren (da seien Goldbären, Yoghurt-Gums und Tropifrutti erwähnt) bedient.

Abends

Am Ende des Tages kann man sich die Zeit nehmen, um ausgiebig (zur Not im Zelt) zu kochen. Abgesehen vom Brennwert sollte man bei einer längeren Tour einfach darauf aufpassen, dass es auch schmeckt. Schließlich kann es bei schlechtem Wetter vorkommen, dass man sich den ganzen Tag aufs trockene Zelt und das warme Essen freut...

Deshalb hier kurz unsere Erfahrungen mit Trockennahrung diverser Hersteller. Generell lässt sich sagen, dass die Fertigessen für den Outdoorbereich vergleichsweise wenig Brennstoff brauchen und einen sehr hohen spezifischen Brennwert aufweisen. Jedoch sollte man bedenken, dass Essen, welches noch 10 Minuten im Topf ziehen soll bei niedrigen Temperaturen noch so einiges an Brennstoff verbrauchen kann. Auch ein Preis von 8 Euro für zwei Personen ist nicht gerade als Schnäppchen anzusehen.

HerstellerEssenUnsere Meinung
Aptonia Shepherd's Pie War geschmacklich OK. Auch wenn im Vergleich zu anderen Outdoormahlzeiten günstig, so ist der Preis für ein wenig Kartoffelpürree aber trotzdem viel zu hoch.
Aptonia Kartoffelpürree mit Schinken und Käse Wenn man im schottischen Regen unterwegs ist überlegt man es sich zweimal, was man mit nimmt damit es nicht zu schwer wird und genuegend warmes Essen bereit steht. Das haben wir mitgenommen ... und weggeworfen. Ja, heiß gemacht, als ungenießbar empfunden und (nach ewigem Umherschleppen) in der nächsten Mülltonne versenkt!
Trekkingmahlzeiten Elchtopf Von allem Fertigfutter für den Wanderbereich ist dieses noch das Angenehmste. Sogar ein wenig Fleisch ist dabei, und die Geschmacksrichtung mal nicht so ausgelatscht. Nur der Reis ist der typische Kurzkochreis, der einfach ungenießbar ist.
Trekkingmahlzeiten Curryhuhn Wieder nerviger Reis, dazu Fleisch welches durch zehn Minuten ziehen einfach nicht gar wird. Geschmacklich nicht wirklich herausragend.
Adventure Food Goulasch Nachdem ich das gegessen hatte, musste ich mich bei Wikipedia doch nochmal versichern, was Goulasch ist. Jedenfalls nicht, was einem in dieser Tüte geboten wird: Kartoffelpürree mit Bratensauce? Macht satt, aber alles andere als glücklich.
Knorr Spaghetteria Bolognese Wenn Fertigessen, dann würde ich in diese Richtung tendieren. Preislich sind die einfach ungeschlagen. Eine Zwei-Portionen-Packung reicht als Mahlzeit für eine Person. Geschmacklich sind diese Tütenessen zwar nicht der Überflieger, aber die Meisten der Globetrotteressen stellen sie dennoch in den Schatten. Aus unserer Sicht am genießbarsten ist die Bolognese. Nach Nudeln die dominante Zutat ist wohl der Geschmacksverstärker Natriumglutamat. Aber davor ist man in den Alternativen auch nicht sicher. Für den Transport lässt man am Besten die Luft ab. Dadurch ziehen die Nudeln eventuell schon ein wenig Feuchtigkeit und die Kochzeit muss entsprechend verkürzt werden.
Maggi Wirtshaus Nudeln in Gulaschsauce Unter den Supermarkt-Fertigessen eine angenehme Alternative zu Tomatennudeln. Ansonsten gelten dieselben Anmerkungen auch hier.

Unser Fazit: selber kochen. Das nimmt je nach Zutaten ein wenig mehr Brennstoff und Lebensmittelmasse in Anspruch (muss aber nicht). Ein individuell gestaltetes Abendessen schlägt jedoch jedes der bisher getesteten Fertigessen um Längen! Natürlich lässt sich da auch viel besser improvisieren oder auf spezielle Diäten eingehen.

Mit ein paar Zutaten aus dem Supermarkt lassen sich so viele Kombinationen zaubern, dass man nichts doppelt essen müsste:

Grundlage

Als Basis empfehlen sich weniger rohe Kartoffeln, als vielmehr Getrocknetes was sich durch kurzes Erhitzen zubereiten lässt, zum Beispiel

  • Reis
  • Nudeln
  • Kouskous
  • Kartoffelpürree

Für den Geschmack

Sinnvolle Kombinationen erlauben auch das Anbraten, ohne zusätzlich Öl oder Fett einpacken zu müssen. Die hier aufgeführten Zutaten gibt es in jeder gut sortierten Lebensmittelabteilung und belasten den Geldbeutel bei weitem nicht so stark wie Fertigessen.

  • Pesto (hier schlägt allerdings das Verpackungsgewicht zu Buche)
  • Tomatenmark: damit lassen sich allerlei Saucen zaubern
  • Chorizo (spanische Wurst, gut gewürzt und enthält viel Fett zum anbraten)
  • Schinken (fertig gewürfelt, enthät Fett)
  • Käse
  • Oliven (gibt es auch in Tüten abgepackt ohne überflüssige Flüssigkeit)
  • Fisch aus der Dose (in Öl eingelegt steht gleich was zum anbraten bereit)
  • Trochenfisch
  • Zwiebeln (frisch oder getrocknet)
  • Trockenpilze
  • Suppengemüse

Außerdem: Dosengemüse oder was sich gerade so an Frischem anfindet.

Mit Pfiff

Um den selbst gebrutzelten Mahlzeiten die individuelle Note zu verleihen – je nach Lust und Laune &ndash ist ein kleines Sortiment and Krätern und Gewürzen unentbehrlich. Abgesehen von Salz und Pfeffer packe ich noch eine Auswahl von Chilis ein. Denn mit einer Habanero lässt sich die gefühlte Umgebungstemperatur im Notfall drastisch steigern.

Desweiteren noch Curry, Petersilie, frischer Knoblauch, Basilikum, Oregano, ...

Nachtisch

Um die Mahlzeit richtig abzurunden, oder auch einfach um die Stimmung ein wenig anzuheben, ist ein Dessert empfehlenswert. Grießbrei oder Trinkpuddings inklusive Milchpulver gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und harmonieren hervorragend mit einer Rolle Kekse (z.B. Hobbits).