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Schottland
Panoramas

Schottisches Wetter ...

Werter Leser, nach umfangreicher Evaluation moechten wir noch einmal die folgende Schlüsseleigenschaft Schottlands festhalten: es ist NASS. Von oben (Treffenderweise findet man keine wolkenfreien Bilder in irgend einem Wanderführer. Wenn doch, dann sind diese natürlich mit viel Phantasie gemalt...), wie auch von unten (Gamaschen waren die beste Empfehlung) – man macht wie im Tiefschnee pro Schritt noch nen halben Höhenmeter. Was auch dringend nötig ist, da es doch alles nur Hügel sind (bis auf die Black Cullin auf Skye). Meiner Meinung nach ist das gesamte Land einfach mit einer homogenen Sumpfschicht überzogen (nun ist's an Katrin, das geologisch zu erklären).

Vielleicht kann der viel gefürchtete ‘Klimawandel’ ja was nützliches beitragen und aus diesem Land etwas anständiges machen – zum Beispiel die Hügel mit ner Schicht anständiger Wüste überziehen.

Desweiteren muss angemerkt werden, dass nicht vor jedem Dorf ein Köter, sondern auf jeder Insel ne Burg steht. Mit der Zeit langweilt das eher, für ein wenig Abwechslung hätte man schon sorgen können.

Und Schafe gibt es gar nicht so viele – hauptsächlich Tote im Bach.

... und Lichtblilcke

Bei Sonne betrachtet sieht das Land schon gar nicht mehr so schlimm aus. Nur dummerweise ist's dann noch immer nass von unten. Plötzlich stellt man fest, dass es außer den verschiedenen Brauntönen auch noch die lila schimmernde blühende Heide gibt. Aber auch das Braun hat es in sich, man lernt Farben zu lesen: rötliche Blattränder (hier wird's nass), grüne Algen (noch nasser), lila (das Heidegewächs wird im Sumpf schon ein wenig Halt geben), einfach braun (wenn der Farn zu hoch ist besser mit Regenhose), helles braunes (das wasser hier sieht schon stark nach whisky aus, schmeckt allerdings sehr erdig), dunkles grasgrün (nass, aber zur not auch in Sandalen machbar), helles grasgrün (endlich Zeltboden). Letzteres scheint in Schottland jedoch nicht natürlich vorzukommen. Das führt dazu, dass man das Zelt entweder in den Sumpf, oder auf ne Weide stellt.

Zum Kulinarischen: Haggis ist auch nichts anderes als Tote Oma!

Dann wär noch Edinburgh zu erwähnen. Da steigt man aus dem Zug und fühlt sich plötzlich am richtigen Platz auf diesem Planeten. Klasse! Kleine Gassen, Cafes, Grün und viele, viele Möglichkeiten den Blick über die Stadt und die Umgebung schweifen zu lassen. Diese Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Glasgow hingegen ist da schon kritischer zu betrachten, da hat man eher starke Probleme genug Saürstoff zu bekommen. Die Innenstadt ist gut zugeklozt und dass Straßen auch in nicht rechten Winkeln aufeinander treffen können ist dort noch nicht angekommen. Sicherlich haben wir auch nette Ecken entdeckt und wenn man den richtigen Platz zum schauen findet sind auch viele der Riesenbauten recht nett anzusehen. Aber diese unglaubliche Atmosphäre Edinburghs findet man hier nicht wieder.

Alles in allem war es also eine spaßige Reise, die jedoch nicht ohne Schlauchboot zu empfehlen ist.