Article Index
Island (Arwed & Gesa)
Samstag, 05.07.2008, Anreise
Sonntag, 06.07.2008, Kevlavík-Reykjavík-Skógar-Baldvínskalí
Montag, 07.07.2008, Baldvínskalí-Þórsmörk
Dienstag, 08.07.2008, Þórsmörk – Emstrur
Mittwoch, 09.07.2008, Emstrur – Álftavatn
Donnerstag, 10.07.2008, Álftavatn - Hrafntinnusker
Freitag, 11.07.2008, Hrafntinnusker - Landmannalaugar
Samstag, 12.07.2008, Landmannalaugar – Landmannahellir
Sonntag, 13.07.2008, Landmannahellir – Áfangagil
Montag, 14.07.2008, Áfangagil – Ruhetag
Dienstag, 15.07.2008, Áfangagil – Linuvegur
Mittwoch, 16.07.2008, Linuvegur – Dalsá/Gullfoss
Donnerstag, 17.07.2008, Dalsá/Gullfoss – Geysir
Freitag, 18.07.2008, Geysir – Sandvatn
Samstag, 19.07.2008, Sandvatn – Tröllhetta
Sonntag, 20.07.2008, Tröllhetta – Geldingafell
Montag, 21.07.2008, Geldingafell – Regenpausentag
Dienstag, 22.07.2008, Geldingafell – Þverbrekknamúli
Mittwoch, 23.07.2008, Þverbrekknamúli – Þjofadalir
Donnerstag, 24.07.2008, Þjofadalir – Hveravellir
Freitag, 25.07.2008, Hveravellir – Reykjavík
Samstag, 26.07.2008, Reykjavík
Unser Verdauungsschlaf dauert ein wenig länger, so dass wir es nicht schaffen, gemeinsam mit Katrin und Konrad loszugehen. Als weitere Widrigkeit ist auch noch die Herrendusche abgeschlossen, so dass ich mich nicht der dringend benötigten Dusche unterziehen kann, auf die ich mich eigentlich schon seit gestern Mittag freue. Zur Erinnerung, ich war morgens 12 km schwitzend zum Strýtur gelaufen und konnte seitdem nicht duschen. Ich laufe also dreimal zwischen Zelt und Dusche hin und her, und nie ist sie auf. Schließlich verzichte ich, damit wir nicht den ganzen Tag auf dem Campingplatz verbringen, es ist immerhin schon Mittag, und irgendwann machen die Geschäfte und der Flohmarkt auch zu. Es ist wieder strahlend-schönes Wetter, und wir spazieren die Uferpromenade entlang, auf der wir auch an dem Kunst-Wikingerschiff vorbeikommen, das ich recht gelungen photographiere. Kurz vor dem Flohmarkt kommen uns dann K&K entgegen und geben uns ein paar Tipps. Wir sehen uns zwar den kompletten Flohmarkt kurz an, eigentlich sind wir aber nur aus einem Grund hier: damit ich den berüchtigten Hákarl probieren kann. Ein paarmal schleiche ich um diverse Stände herum, bis ich schließlich einen Stand finde, auf dem man problemlos probieren kann. Interessanter Geschmack, aber von dem kleinen Würfel noch nicht wirklich genau zu beschreiben. Also nehme ich mir ein kleines Touristendöschen für ISK 150 mit, um den Geschmack genauer zu testen. Weiterhin entschließe ich mich nach langem hin und her, eine Portion Walfleisch einzukaufen. Dies wird wahrscheinlich die einzige Gelegenheit in meinem Leben sein, einmal Wal zu essen, und um mitreden zu können, will ich es jetzt doch einmal probieren, auch wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass ein Teil der Wale nur für die Touristen getötet wird und ich so zu dem Dilemma beitrage. Wir setzen uns auf eine Bank außerhalb der Flohmarkthallen in die Sonne und essen zu Mittag, wobei ich zunächst den Hákarl verspeise. Well. Nicht so schlimm wie befürchtet, aber mit größerer Menge immer ekliger werdend. Schmeckt beißend fischig tranig, und immer schärfer im Abgang. Allzu viel kann ich ohnehin nicht essen, da ich vom Vorabend immer noch gut gesättigt bin. Wir schlendern noch kurz durch den Hafen, und auf dem Weg zum Nationalmuseum kommen wir an einem urig-schönen Friedhof vorbei, auf dem die Grabplatten von Baumwurzeln eingefasst sind. Das Nationalmuseum bietet uns schließlich einen Eindruck in die Zeit der Landnahme und der Missionierung. Bis zur Neuzeit schaffen wir es zeitlich nicht, da wir ja auch nochmal in die Stadt wollen. Auf jeden Fall ein lohnender Besuch. Sehr interessant fand ich persönlich den Erdbohrkern, der anhand von schwarzen Ascheschichten zeigt, wann die Hekla ausgebrochen ist, und wie viel Asche sie dort hinterlassen hat. Es gibt auch ein „Spielezimmer“, in dem man altertümliche Kleidung anziehen kann und mal das Gewicht eines Kettenhemdes spüren, sowie sich mit Schild, Schwert und Helm bewaffnen. Wir eilen in die Innenstadt und sehen uns zunächst im ísländischen Outdoorladen um. Zwar gibt es dort ein-zwei Dinge, die mich durchaus interessieren (Polartec Mütze und cocona-Hemd), aber leider ist der Schnitt nicht so optimal, also lasse ich es. Auf der Suche nach schönen Ringen haben wir in einem Laden Pech, da es meine Größe nicht mehr gibt. Zu dem Zeitpunkt sind wir auch ziemlich auf Ringe mit Lavagestein festgelegt. Einen geöffneten Laden finden wir noch, aber dort sind die Preise zu hoch. Weiter auf dem Laugavegur hat schon alles zu. Sehr schade. Am Samstagnachmittag. Wir eilen noch einmal ins Bonus, um noch ein paar Mitbringsel einzukaufen. Als Besonderheit hole ich noch ein wenig Hangikjöt, geräucherten Lammschinken, der sich als sehr interessant, aber auch lecker herausstellt. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz trinkt Gesa in einem Supermarkt noch Kaffee, während ich darüber verzweifle, dass ich das tolle Lakritz-Hörncheneis nicht probieren kann, weil ich noch zu satt bin. Am Campingplatz stellen wir fest, dass wir definitiv keine Zeit mehr für ein Bad haben. Plötzlich haben wir bloß noch eine Stunde, um unsere Sachen ordentlich zu verpacken. Und jetzt ist das ganze Mitbringsel-Essen dabei. Ich will noch duschen, außerdem zweifle ich plötzlich an der Gültigkeit unserer Return-Tickets für den flybuss, da auf diesen groß Oneway aufgedruckt ist. Würde also gerne nochmal ins Internet und mir die Tickets ausdrucken. Rucksack packen klappt sehr zügig, da wir ja mittlerweile recht geübt sind, und so gehe ich zu den Waschräumen. Nach 10-12 Minuten kehre ich extrem frustriert zurück. Die Duschen waren zwar geöffnet, aber besetzt, und darunter standen egoistische Langzeitduscher, die einfach mal die Brause genossen haben, während ich stinkend wie ein Iltis nun keine Zeit mehr habe, mich wenigstens kurz abzuspülen. Wenn's stinkt, dann richtig. Der Internetzugang in der Jugendherberge ist auch besetzt, so dass ich einfach mal den Tickets vertrauen muss. Der Bus holt uns vor der Jugendherberge ab, hält aber nochmal für zehn Minuten am BSÍ, wo wir theoretisch nochmal zu K&K hätten gehen können, die dort wohl gerade ihren svið genossen. Wollten wir aber nicht riskieren. Mittlerweile können wir richtiggehend mit den Lavalandschaften, die auf Reykjanes vorherrschen, was anfangen, da wir ja nun zu genüge durch ähnliche Landschaften gewandert sind. Am Flughafen treffen wir das Paar von Landmannahellir wieder, und wir erzählen uns noch ein wenig, wie es uns so ergangen ist. Außerdem werden wir von einem mit uns in der Schlange Stehenden auf die super leckeren „3“-Lakritzriegel aufmerksam gemacht, die sofort auf unsere Einkaufsliste für das duty free kommen. Das Einchecken läuft trotz etwas Übergepäck wieder problemlos, und wir setzen uns noch ein wenig und essen den letzten Skyr und trinken den letzten Tee. Plötzlich tauchen K&K nochmal auf, wir plaudern noch ein wenig, machen noch ein Abschiedsphoto (auch draußen, der Himmel steht mal wieder lächerlich rosa in Flammen), und ab geht es durch den Sicherheitscheck, diesmal auch problemlos. Im duty free werden Unmengen Kaugummi, Lakritz, Lakritzriegel und zwei Flaschen Brennivín erstanden, für mehr ist dann ohnehin keine Zeit mehr. Schaffe es noch gerade, meine Thermoskanne vor dem Gate mit Wasser zu befüllen und nochmal kurz zu Pullern, und schon verlassen wir Ísland nach drei erlebnisreichen, wunderschönen, unbeschreiblichen Wochen.
 
Maps: Iceland