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Island
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Allgemeine Informationen

An- und Abfahrt

Von Deutschland aus fliegt mittlerweile so allerlei nach Island. Neben Icelandair seien die No-Frills-Airlines Iceland Express und German Wings erwähnt. Klar ist, dass ein Billigflieger nicht solch einen Service bietet wie herkömmliche Fluggesellschaften. Dann kann man auch nicht zu viel erwarten, wenn man nach der durchwarteten Nacht plötzlich auch noch einen zusätzlichen Tag am Flughafen in Keflavik verbringen darf. Daran hat man ja selbst gespart.

Einreise

Island ist kein Mitglied der EU, aber ist dem Schengener Abkommen beigetreten. Effektiv hieß das für uns kaum Kontrollen (insbesondere keine einzige Passkontrolle vor oder nach dem Rückflug). Allerdings gibt es offiziell Einfuhrbeschränkungen auch auf Lebensmittel (bis 3kg pro Person, keine Rohmilch- und Fleischerzeugnisse). Stichprobenkontrollen gibt es am Flughafen und die könnten einen Wanderer empfindlich treffen.

Karten

Für die Abdeckung des Hochlandes nehmen wir die digitalen 50k Karten (hier zu bestellen). Das sind nicht wirklich Wanderkarten (kaum eingezeichnete Wege, wenig Oberflächendetails), aber die Genauigkeit ist sehr gut. Lediglich das Alter (letzte Aktualisierung 1990) bringt so einiges an Verwirrung – man sollte sich bei der Tourenplanung nicht zu sehr auf eingezeichnete Wasserläufe verlassen (da scheint in den letzten Jahren so einiges eingetrocknet zu sein), und auch Brücken sind mit Vorsicht zu genießen. Dafür kann es aber auch positive Überraschungen geben, wie zum Beispiel die neue Brücke über die Far (Abfluss des Hagavatn) südwestlich des Einifells (etwa 535650/7147750 in UTM27N/Hjoersey 1955). Die Dichte an angezeichneten Straßen und Wegen bleibt sehr weit hinter der Realität zurück. Da aber viele Teile auch querfeldein recht wegsam sind stellt das kein großes Problem dar.

Diesen CDs liegt ein Programm bei (Visit 4.22), welches den Export des sichtbaren Kartenausschnittes in die Zwischenablage, oder direkt in eine Datei erlaubt. Bei letztgenannter Variante lassen sich gleichzeitig Informationen zur Georeferenzierung der Bilder speichern. Somit stehen nach kurzer Exportphase und Nachbearbeitung durch ein kleines Skript alle Karten im Lieblings-Kartenprogramm zur Verfügung. Dann können Zusatzinformationen wie Hütten und Wege darüber gelegt werden und passende Ausschnitte zum Drucken ausgewählt werden. Nach Einstellen des GPS Gerätes auf das UTM Gitter (das zentrale Hochland ist UTM27N/Hjoersey 1955, EPSG:3055, oder Benutzer-UTM mit Längenursprung 21°W, Maßstab 0.9996, Längenkorrektur +500.000m, Breitenkorrektur 0m und Kartendatum Hjoersey 1955) kann auch das eingezeichnete Gitter genutzt werden.

Alles Weitere (wie die Gletscherlagune Jökulsárlón) ist durch die 1:100k Atlas-Karten abgedeckt. Diese lassen sich schnell und einfach herunterladen und georeferenzieren und auf ähnliche Weise nutzen wie oben beschrieben (Lambert conformal conic projection mit GRS80 Ellipsoid, ISN93, EPSG:3057).

Für das GPS-Gerät selbst gibt es hier eine kostenlose Vektorkarte. Zusammen mit den Hütten von Dieters Seite und Wegpunkten aus Tourenberichten kann man sich perfekt zurechtfinden.

Verpflegung

Essen nachzukaufen kann sich als schwierig herausstellen. Kaum eine Hütte bietet Lebensmittel an (Ausnahmen zum Beispiel Landmannalaugar mit dem sehr liebenswerten Bus-Laden Fjallafang und Langidalur), selbst touristische Knotenpunkte wie das Geysir-Zentrum bieten kaum etwas für den Wanderer. Deshalb: im Voraus ordentlich eindecken und Pakete verschicken.

Pakete

Bei langen Touren ist es beschwerlich die komplette Verpflegung mitzuführen. Auf Island hat es sich eingebürgert, Pakete an Hütten zu schicken, die an den Busrouten liegen. So kann am BSI mindestens über Routen welche von Reykjavík Excursions (und somit auch nach Landmannalaugar) betrieben werden für 100ISK/kg Pakete am Schalter aufgeben. Aber auch ausgefallenere Wünsche lassen sich mit ein bisschen Eigeninitiative erfüllen: nach vorheriger Absprache mit dem Geysir Center warteten dort Pakete auf uns, die wir vorher in Reykjavík dem Busfahrer (Route 610 von SBA) in die Hand drückten.

Die Devise lautet: einfach ausprobieren, die Isländer sind im Allgemeinen sehr hilfsbereit. Nur herrscht, was die Busse anbelangt, selbst bei den Angestellten komplette Orientierungslosigkeit: als ich im Voraus vier Verschiedene Unternehmen angerufen hatte, wurde ich unter ihnen im Kreis verwiesen, jeweils mit der Aussage dass die nächste Gesellschaft wohl die in Frage kommende Linie betreiben würde (die Betreibergesellschaft war auch darunter).

Busse

Wie schon im vorherigen Abschnitt erwähnt, herrscht auch unter den Angestellten großes Ahnungslosigkeit. Deshalb von den Busfahrern nicht zuviel erwarten. Sie sind sehr zuvorkommend, fahren wie die Henker über die Hochlandpisten, sind aber eben keine Touristenauskunft.

Preise

Entgegen der weit verbreiteten Meinung möchte ich darauf hinweisen, dass Island locker mal einen Einkaufsbummel wert ist. Natürlich ist das nicht vollkommen ernst gemeint, aber sonderlich hoch sind die Preise für jemanden der die letzten drei Jahre in London verbrachte nicht.

  • Hütten und Zeltplätze gehen natürlich sehr ins Geld. Das hat aber nichts mit Island zu tun – soetwas ist überall teuer und hängt einfach von der verfügbaren Infrastruktur ab. Dafür sind die Hüttenwarte in Island größtenteils sehr interessiert und jederzeit für einen Plausch zu haben (die Wettervorhersage sollte allerdings mit dem Island-Faktor gewichtet werden). Einzig die Toilettengebühren finde ich ein wenig unverschämt. Da bemüht man sich die Landschaft so sauber wie irgend möglich zu halten und schleppt sich bis zur nächsten Hütte (wir haben Schaufel und Klopapier dabei und haben sonst kein Problem mit der Alternative), und dann steht da was von ISK 400... Dafür gibt es da wenigstens auch Klopapier.
  • In größeren Siedlungen gibt es Supermärkte. Einige (wie z.B. Bonus) kommen auch an das Preisniveau deutscher Läden im mittleren Preissegment heran (auch werden auf Grund der hohen Importquote so einige Waren bekannt vorkommen). Dies mag dem günstigen Kurs geschuldet sein (während unserer Reise herrschten ISK/EUR-Kurse von 120-130), doch ist man ja zu Fuß unterwegs und nicht zum Shoppen...
  • In Reykjavík gibt es am Sonnabend einen Markt, auf dem es einheimische Produkte (z.B. Trockenfisch und sonstige Fischprodukte) recht günstig gibt. Insbesondere Island-Ponys für 6 EUR/kg sollte man mal probieren.

Literatur

Meine Kommentare zur mir bekannten Island Literatur gibt es hier. Was wie bei aller Reiseliteratur zutrifft: die Preise sind natürlich zuzüglich zehn Jahre Inflation zu rechnen.

Onlineliteratur

Wer eine Islandreise plant, dem seien neben den einschlägigen gedruckten Werken auch folgende Internetseiten ans Herz gelegt:

  • islandreise.info: Informationen rund um Island on your own mit einem riesigen Forum in welchem die noch offenen Fragen garantiert schon einmal angesprochen wurden.
  • isafold.de: Die Jahr für Jahr bei wochenlangen Islandtouren gesammelte Erfahrung hat Dieter Graser in dieser unverzichtbaren Quelle für Islandpilgerer untergebracht.
  • ourFootprints.de: Tourenbeschreibungen und eine Mapsource (also Garmin-kompatible) Vektorkarte für GPS-Geräte.
  • wetterfest.ch: Tourenbericht mit Photos einer Süd-Nord-Islandquerung angefangen mit dem Laugavegur.
  • sven.stormbind.net/reisen/isl05bericht: Tourenbericht mit Photos von Laugavegur und Linuvegur.

Desweiteren gibt es noch ein paar erwähnenswerte Querverweise zu Onlineläden und offiziellen Islandseiten:

Sonstige lesenswerte Seiten über Island: